Open Source & digitale Souveränität

Offene Lösungen, die zu Ihrer Infrastruktur passen

Digitale Souveränität bedeutet nicht, grundsätzlich auf kommerzielle Produkte zu verzichten. Sie bedeutet, bewusst zu entscheiden, welche Anwendungen, Daten und KI-Komponenten extern bezogen, selbst betrieben oder miteinander kombiniert werden.

Drei sinnvolle Betriebsmodelle

Nicht alles muss selbst betrieben werden

Die passende Architektur liegt häufig zwischen vollständigem Fremdbezug und vollständigem Eigenbetrieb. Entscheidend ist, welche Daten verarbeitet werden, welche Anpassungen nötig sind und wie viel betriebliche Verantwortung übernommen werden soll.

Kommerzielles Standardprodukt

Ein vorhandenes Produkt wird eingesetzt, wenn Funktionsumfang, Datenschutz und Kostenmodell zum Anwendungsfall passen.

Geeignet für:

  • Schnellen Einstieg
  • Standardisierte Anforderungen
  • Geringen Anpassungsbedarf
  • Betrieb vollständig durch den Anbieter

Hybride Architektur

Bestehende kommerzielle Systeme werden weiterverwendet, während sensible Daten, Integrationslogik oder KI-Komponenten kontrolliert betrieben werden.

Geeignet für:

  • Bestehende Systemlandschaften
  • Schrittweise Modernisierung
  • Unterschiedlich sensible Daten
  • Flexible Modell- und Anbieterauswahl

Souveräner Eigenbetrieb

Anwendungen, Daten und zentrale Logik laufen auf eigener Infrastruktur oder auf einem kontrollierten gemieteten Server.

Geeignet für:

  • Sensible oder vertrauliche Daten
  • Individuelle Geschäftsprozesse
  • Viele Nutzer
  • Hohe Anforderungen an Kontrolle und Anpassbarkeit
Beispiele im Detail

Beispiele für offene und souverän betreibbare Komponenten

Offene Komponenten sind kein Selbstzweck. Sie werden dort eingesetzt, wo sie funktional, wirtschaftlich und betrieblich sinnvoll sind. Bestehende kommerzielle Produkte können weiterhin Bestandteil der Gesamtarchitektur bleiben.

Dateien und Zusammenarbeit

Kommerzielle Beispiele

Microsoft 365 Google Workspace Dropbox Slack

Offene oder kontrolliert betreibbare Beispiele

Nextcloud Files Nextcloud Office Nextcloud Talk Nextcloud Deck

Dateien, gemeinsame Bearbeitung, Aufgaben und Kommunikation können auf eigener oder gemieteter Infrastruktur bereitgestellt und mit bestehenden Anwendungen verbunden werden.

Wissen und Dokumentation

Kommerzielle Beispiele

Confluence Notion Coda

Offene oder kontrolliert betreibbare Beispiele

Docmost Nextcloud Collectives Obsidian eigene Wissensanwendung

Interne Dokumentation und Unternehmenswissen können kontrolliert gespeichert, durchsucht und mit einem eigenen Wissensassistenten verbunden werden.

Automatisierung und Integration

Kommerzielle Beispiele

Zapier Make Microsoft Power Automate

Offene oder kontrolliert betreibbare Beispiele

n8n Python-Dienste eigene APIs und Ereignisverarbeitung

Integrationslogik und Zugangsdaten bleiben in der gewählten Umgebung. Workflows können individuell erweitert und mit bestehenden Fachanwendungen verbunden werden.

Analytics und Monitoring

Kommerzielle Beispiele

Power BI Tableau Kommerzielle Monitoring-Plattformen

Offene oder kontrolliert betreibbare Beispiele

Apache Superset Grafana eigene Analyseoberflächen

Dashboards, Kennzahlen und technische Überwachung können auf vorhandenen Datenbanken und kontrollierter Infrastruktur aufgebaut werden. Apache Superset ist eine offene Plattform für Datenanalyse und Visualisierung; Grafana OSS kann unter anderem Metriken, Logs und Traces aus unterschiedlichen Datenquellen darstellen.

KI-Modelle und KI-Gateways

Kommerzielle Beispiele

OpenAI Anthropic Azure OpenAI weitere externe Modell-APIs

Offene oder kontrolliert betreibbare Beispiele

Ollama lokal betreibbare Modelle LiteLLM eigene Retrieval- und RAG-Anwendungen

Ollama kann Modelle lokal oder auf einem kontrollierten Server bereitstellen. LiteLLM kann als zentrale Gateway-Schicht unterschiedliche lokale und externe Modelle über eine gemeinsame Schnittstelle verfügbar machen. Dadurch lassen sich Zugriffe, Routing und Kosten zentral steuern.

Kostenstruktur

Andere Kostenstruktur statt automatischer Kostenfreiheit

Kommerzielle Produkte und selbst betriebene Lösungen verursachen Kosten an unterschiedlichen Stellen. Für eine belastbare Entscheidung müssen nicht nur Lizenzpreise, sondern auch Einrichtung, Betrieb, Wartung und interner Aufwand betrachtet werden.

Typisches kommerzielles Modell

Nutzerzahl × monatlicher Tarif + Funktionspakete + Verbrauch oder API-Nutzung

Der Einstieg ist häufig einfach. Die laufenden Kosten steigen jedoch oft mit Teamgröße, Funktionsumfang oder Nutzung.

Typisches souveränes Modell

Einrichtung + feste Infrastruktur + Wartung und Betrieb

Die anfängliche Umsetzung ist aufwendiger. Dafür sind die laufenden Kosten weniger direkt an einzelne Nutzer gebunden und können bei stabiler Nutzung planbarer werden.

Es gibt keine allgemeingültige günstigere Variante. Die wirtschaftlich passende Lösung hängt von Nutzerzahl, Funktionsumfang, Infrastruktur, Supportbedarf und gewünschtem Kontrollniveau ab.

Welche Komponenten sollten Sie kontrolliert betreiben?

In einem ersten Gespräch oder einem strukturierten Souveränitäts-Check prüfen wir bestehende Systeme, sensible Daten, laufende Kosten und realistische Betriebsoptionen.

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